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urbanes Leben

Das war ein Sonntag: Mit einem Buch im neuen designten Bett aus gewachstem Buchenholz: 150 - 200 Seiten gelesen, dazwischen ein wenig TV gesehen, Tee, Grissini, Gemüse und Dinkeltoastscheiben, dann ein wenig im neuen Buch von Jean Ziegler geblättert, was aber eher deprimierend war, daher wieder auf Belletristik umgestiegen und noch 20 bis 30 Seiten der irischen Schriftstellerin gelesen. Keine Bewegung, kein Sport, kein Bad, nichts.
Danach das schlechte Gewissen. Nichts getan. Rumgehangen. Den ganzen lieben langen Tag lang. Dennoch müde. Wahrscheinlich vom vielen Lesen.

Na Prost Mahlzeit!! Genau auf der Stelle, an der mir der liebe
Zahnklempner vor einigen Monaten eine Wurzelresektion angedeihen hat lassen, spühre ich wieder etwas. Da der Zahn schon überkront ist, bleibt nur der Eingang von der Seite. Wie gehabt.
Das wird ein herrliches Wochenende. Das wird ein superber Montag. Ich kann nur hoffen, dass der Schmerz einstweilen linde
wirkt.

Wenns die Witterung zuläßt, möchte ich heute noch einen
Lauf wagen, den "Hudson River" hinunter, 30 bis 40 Minuten und
retour. Einfach um einmal ein bißchen Frischluft zu atmen.
Einfach um einmal kurz abzuschalten.

Am Abend bin ich nochmals durch die nächtlichen Straßen der
downtown geschlendert. Die Shops sind alle geschlossen, dann
und wann fiel das Licht einer halbleeren Bar auf den Gehweg.
Die Kälte schlug mir ins Gesicht. Ich spürte mich.

Ich spüre meine Gegenwart, mein Sein.
Die Straßen sind leer. Kaum Verkehr. Kaum Passanten. Keine
Konsumenten, kein Business. Das öffentliche Leben findet so gut
wie nicht statt, auch keine Schießereien, keine Autoverfolgungsjagten, keine flüchtenden Bankräuber, keine nachsetzende City-Police.

Ein surreales Bild der Straße:

p9

Ich habe mich bei Frederics rechten Arm eingehängt. Locker, leicht
und lässig. Wir queren die leere Fahrbahn. Wir streifen die
warmen Nebel, die aus den U-Bahn Schächten an die Oberfläche
treten. Wir weichen den Ausdünstungen des Kanalisationssystems
aus. Vor uns der Times-Square. Bilder. Breit dimensioniert. Hart.
Sie fahren ins Hirn.

Es ist Abend in der großen Stadt.

 

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